Kolumne · Klartext aus dem Maschinenraum
Warum wir Bridge gebaut haben.
In den letzten Folgen habe ich über die Release-Falle geschrieben, über die Absolventin, die auf Transaktionscodes trifft, und über Landschaften, die ein Spiegelbild des Landes sind. Immer wieder tauchte am Rand ein Name auf. Heute stelle ich ihn in die Mitte, und ich sage dazu, dass das Werbung in eigener Sache ist. Ich finde, man darf das, wenn man sagt, was man tut und was nicht.
Xient Bridge ist aus einem Problem entstanden, das uns Kunden seit Jahren schildern. Die Daten liegen in SAP, die Menschen sitzen in Microsoft Teams, und dazwischen steht entweder ein Export nach Excel oder der eine Kollege, der die Transaktion kennt. Vor fünf Jahren haben wir angefangen, SAP-Berichte nach Teams zu holen. Als dann Copilot das einzige KI-Werkzeug wurde, das ein CIO guten Gewissens erlauben konnte, war der nächste Schritt klar. Fragen in Teams stellen, Antworten aus SAP bekommen.
So einfach das klingt, so viel Arbeit steckt in dem, was dabei nicht passieren darf. Niemand darf im Chat mehr sehen als in der SAP GUI. Jede Anfrage läuft unter dem eigenen SAP-Benutzer. Es gibt keine Datenkopie, keine Modifikation am System, keinen neuen Berechtigungsbaum. Der Assistent liest, er schreibt nicht. Und er beantwortet nur Fragen, für die eine geprüfte Funktion freigegeben ist. Kennt er eine Frage nicht, sagt er das, statt zu raten. Das klingt nach Einschränkung, und es ist genau der Grund, warum eine Buchhaltung damit arbeiten kann.
Angefangen haben wir dort, wo die meisten Rückfragen entstehen, im Einkauf und in Teilen der Finanzbuchhaltung. Offene Bestellungen, Lieferantenrechnungen, Zahlsperren, Wareneingänge, die Prüfung einer Rechnung gegen Bestellung und Lieferung. Das sind die Fragen, die heute Tickets, Mails und Wartezeit erzeugen, und es sind die Fragen, die sich mit festgelegten Funktionen sauber beantworten lassen. Weitere Bereiche folgen, und zwar in der Reihenfolge, in der unsere Kunden sie brauchen.
Was mich an Bridge am meisten freut, ist das, was in den Gesprächen passiert, mehr noch als die Technik dahinter. Eine Einkaufsleiterin fragt, warum eine Rechnung gesperrt ist, und bekommt in zehn Sekunden den Grund, die betroffene Position und die Abweichung. Früher waren das zwei Tage und drei Beteiligte. Ein neuer Mitarbeiter stellt am ersten Tag Fragen, für die er früher eine Schulung gebraucht hätte. Und ein CIO, der KI im Haus bisher verboten hat, muss sein Verbot nicht zurücknehmen, weil Bridge innerhalb der Grenzen bleibt, die er gesetzt hat.
Bridge läuft heute in Microsoft Teams und in Microsoft 365 Copilot, mit SAP ECC und S/4HANA. Es ist ein Produkt, aber wir verkaufen es wie Beratung, weil wir wissen, dass der Unterschied zwischen einer Demo und einem produktiven System in der Vorbereitung liegt. Deshalb beginnt jede Zusammenarbeit mit einem Pilot, den wir Bridge Start nennen, mit einem festen Umfang, mit Onboarding und mit einer Sache, auf die wir stolz sind: Der erste Erfolg ist erreicht, wenn die ersten SAP-Funktionen des Kunden produktiv aus Teams erreichbar sind. Nicht wenn eine Folie fertig ist.
Dazu, was Bridge nicht ist, in aller Klarheit. Bridge ersetzt keine Migration, und es ist kein Grund, eine fällige Modernisierung zu verschieben. Es ist kein Werkzeug, das frei auf Daten rechnet. Es ist kein Ersatz für Joule dort, wo Joule verfügbar ist und passt. Bridge ist die Schicht zwischen dem System, das die Wahrheit kennt, und den Menschen, die mit dieser Wahrheit arbeiten müssen. Das ist eine kleinere Aufgabe als die, die manche Anbieter versprechen. Dafür ist sie in Wochen gelöst.
Wer sehen möchte, wie das in der eigenen Landschaft aussähe, findet alles Weitere unter xientbridge.ai. Und wer lieber erst einmal reden will, erreicht uns über das Kontaktformular. Die erste Frage, die wir stellen, ist nicht, welche Lizenz Sie haben. Sie lautet, welche Frage in Ihrem Haus gerade am längsten dauert.